Robert Basic im Interview mit myON-ID
Wir sprechen heute mit Robert Basic, um zu erfahren, wie er berühmt wurde. Was die eigene Identität im Netz angeht und das Know-How, um sich die Bekanntheit zu verschaffen, da ist Robert ein ganz großes Vorbild für Viele. Nutzer können von seinem Personal Branding lernen - Robert gibt heute hilfreiche Tipps, wie myON-ID dabei helfen kann, sich online als Personal Brand darzustellen.
Seit wann bist du denn jetzt als Einzelperson im Internet aktiv?
Mit dem Basic Thinking Blog bin ich seit 2002/2003 online. Im Netz - völlig bloglos natürlich - bin ich etwa seit 1995.
Mich interessiert vor allem deine Erfahrung, die du im Netz mit der Darstellung deiner Person gemacht hast. Was funktioniert aus deiner Sicht, um sich im Netz zu vermarkten und wie hat's bei dir geklappt?
Wichtig ist zunächst ein recht einfacher zugleich schwieriger Aspekt wegen Zeitbudgets: die Kontinuität der eigenen Präsenz über Jahre. Dabei spielt es weniger eine Rolle, ob man viel und oft über sich und seine Themen schreibt, sondern dass man es kontinuierlich tut.
Du hast also sehr viel Zeit investiert, um dir deine Präsenz aufzubauen?
Über die Jahre hinweg sind das bei mir sicherlich tausende Stunden kumulativ - aber das ist unwichtig, wie viel man investiert hat, sondern dass man überhaupt da war und einigermaßen seine Themen vertreten und damit Menschen erreicht hat.
Wie wichtig war dein Netzwerk dabei?
Das Netzwerk baut sich fließend und dynamisch über die Zeit hinweg auf. Ein Kontakt führt zum anderen, eine Bekanntschaft zur nächsten, ein Treffen im realen Leben zum nächsten. Das kann man intensivieren, indem man gezielt auf die verlinkt und immer wieder deren Themen aufgreift, würdigt und weiter darauf eingeht. Damit stellt man eine Art Aggregator und auch Drehkreuz dar.
Verstehe. Du glaubst also die Anerkennung der anderen bringt dir selbst Anerkennung?
Man macht es weniger der Anerkennung wegen, sondern zum Austausch von Erfahrungen und Wissen - das ist mir zumindest sehr wichtig.
Wie wurdest du zur Marke? War das Absicht oder hat sich das einfach anhand deiner konitnuierlichen Präsenz und der Ausweitung deiner Kontakte ergeben?
Man wird zum "Brand", wie auch immer man das in der Stärke und Breite definiert. Man macht sich nicht selbst zum Marke, solange man nicht bewußt PR-Profis einstellt oder Maßnahmen ergreift, die künstlich das verstärken, was man darstellt. Das Personal Brand Building ist schlicht und ergreifend eine Abfolge von Ereignissen. In dem Fall von Blog-Artikeln, die andere aufgegriffen und besprochen haben, bringt es die Präsenz mit sich, indem andere auf einen verweisen und man selbst wiederum diese Themen aufgreift.
Woran merkt man, dass man ein gutes Image in der Öffentlichkeit hat und - wie du - sich zum Meinungsführer etabliert hat? Was sind also aus deiner Sicht die Erfolgsfaktoren fürs "Personal Brand Building"?
Der erste Fakor ist, dass die zentralen Informations-Netze Deinen Namen ins Spiel bringen, auf Dich verweisen, klar:
Presse ist immer noch das A und O, worauf die Leute schauen. Du kannst lange z.B. Bloggen, aber solange Du nicht mal in der FAZ oder Spiegel Online oder einem anderen etablierten Medium genannt wirst, hast Du nicht die goldene Gardinenkante (Markennamen vergessen).
Ein sehr wichtiges Messkriterium für ein Personal Brand ist also die Presse. Ein Blogger braucht die Anerkennung von Journalisten. Dann musst du von denjenigen zitiert bzw. erwähnt werden, die sich in deiner Perrgroup tummeln und selbst Meinungsmacher sind oder Know-HowTräger. Und zum dritten ist ganz entscheidend, dass Du eine Leserschaft hast, die mit Dir gemeinsam konstruktiv Dinge diskutiert.
Du warst ja im Endeffekt noch einer der Blogger-Pioniere. Wie wird sich der Faktor Eigenmarke im Netz zukünftig entwickeln? Was ist deine Einschätzung?
Mit zunehmender Nutzung des Internets werden selbstverständlich die Möglichkeiten zunehmen, wie auch zugleich parallel die Bedeutung, dass man immer schneller und immer intensiver zu einer Personenmarke werden kann und auch wird. Je mehr wir das Internet als vollwertiges Kommunikationsmedium anerkennen und nicht als Tummelplatz dunkler Seiten und verrückter Spinner, umso mehr wird damit auch das Imagepotential steigen. Bis es einer "Erwähnung" in den Tagesthemen im TV in nichts mehr nachsteht.
Heute schon kann man über YouTube über Nacht zu einer Person werden, die in Deutschland mehr als nur einer Dorfgemeinde bekannt ist.
Kombiniert mit der Dauerhaftigkeit einer Person im Netz, diffundiert die Person immer stärker in die Interessensgruppen, auch in der Breite und festigt sich damit als Orientierungspunkt.
Wie myON-ID beim Etablieren eines Personal Brands unterstüzt?Wie schätzt du vor diesem Hinterggrund die Chance für myON-ID ein?
MyON-ID kann als eine Anlaufstelle zu einer Truststelle werden: sie transportiert einerseits nicht nur die Vertrauenswürdigkeit einer Person und misst diese sichtbar. Sondern sie kann darüber hinaus anzeigen, ob die Person auch Dritten gegenüber als eine Art Leitfunktion also bezogen auf Wissen, Orientierung und Werte dient.
Das ist sozusagen das eBay-Seller-Trust in groß, eben nicht auf eBay begrenzt, sondern auf die Präsenz im Netz und bezogen auf Brandbuilding. Andere Aspekte und Zielfunktionen außen vor gelassen jetzt, was myON-ID's Potentiale angeht.
Was sind aus deiner Sicht Fehler, die man beim Personal Brand Building machen kann?
Naja, das schlimmste ist es, gar nicht präsent zu sein ;-). Im Geschäftsumfeld ist es fatal, wenn an sich in Netz wenig professionell gibt. Angstellte, Selständige und Bewerber sollten auf eine geflogene Sprache achten. Gerade bei Freelancern gilt: wenn ich Kundenaufträge ergattern will, muss ich mehr als präsent sein: ich muss proaktiv vorgehen. Das Internet ist ein Door-Opener - hindurchgehen musst du selbst!
Darum ist es so wichtig, deine Präsenz im Netz zu gestalten. Ich sehe, dass myON-ID dabei eine wichtige Anlaufstelle für all diejenigen ist, die diesen Weg suchen. Für mich zählt: Polarisierung trägt zur Präsenz bei, d.h. dein Image und deine Expertise im Netz.
Wie findest myON-ID?
Das Produkt ist logisch definiert. Aber das Problembewusstsein ist noch nicht so weit vorhanden. Momentan ist die Presse und TV noch wichtiger, das Internet hat noch nicht die Stellung, dass es für Branding wichtig ist. Sicherlich ist myON-ID hier ein Pionier und kann sich beim Personal Branding als richtungweisend etablieren.
Worauf müssen User grundsätzlich achten, wenn sie sich selbst präsentieren. Gibt es allgemein gültige Regeln?
Ich würde jedem raten, authentisch zu bleiben und genau das zu tun, was zu seiner Person und seinem Know-how passt. Es gibt keine richtige oder falsche Darstellung - Internetnutzer bewegen sich in einem Dreieck zwischen einem Maß an "Breite", "Häufigkeit" und "Tonalität". Für jeden ist sicherlich eine andere Gewichtung passend und konform - ganz individuell und abhängig vom Ziel. So kann jemand zum Beispiel eine große Leserschaft haben und täglich bloggen, allerdings verschafft seine Tonalität ihm kein besonders gutes Image. Genauso kann beispielsweise ein Blogger nur für ein ganz spezifisches Publikum in einem Nischenthema schreiben, hat sich aber auf seinem Gebiet als gefragter Meinungsführer etabliert.
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